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Obwohl
es mehr als 100 Korporationsverbände und mehr als
2000 Korporationen gegeben hat, sind verschiedene
Grundsätze allen Korporationen eigen.
Der
erste Grundsatz ist die Freundschaft unter den Angehörigen
einer Korporation. Dieser Grundsatz hatte bereits die
alten Landsmannschaften und später auch die Orden
geprägt und wurde auch von den neuen Korporationen übernommen.
Wie wichtig diese Freundschaft genommen wurde, lassen
die vielen Eintragungen in die studentischen Stammbücher
Anfang des 19. Jahrhunderts erkennen. Diese Bundesbrüderlichkeit
ist dann auch bis heute einer der tragenden Pfeiler
des korporationsstudentischen Zusammenlebens. Sie
setzt voraus, dass sich Bundesbrüder in guten und
schlechten Tagen aufeinander verlassen können.
Ein
weiterer Grundsatz aller Korporationen war und ist der
Ehrencodex, die Verpflichtung, die eigene Ehre und die
des Anderen zu achten. Diese Verpflichtung bestand in
allen Korporationen - ganz gleich, ob sie Duellzwang
hatten oder Duellverbot.
Als
weitere Gemeinsamkeit kam dann Mitte des 19.
Jahrhunderts das Lebensbundprinzip hinzu. Als die
neuen Korporationen Anfang des 19. Jahrhunderts
entstanden, waren die Post- und Verkehrsverhältnisse
noch katastrophal. Das führte einfach dazu, dass ein
Student, der die Universität verließ, auch Kontakt
zu dieser und zu seinen Studienfreunden verlor.
Dementsprechend trat auch der Corpsstudent damals
"aus dem Corps aus" wenn er die Universität
verließ. Er nahm Band, Mütze und Schläger mit ins
Philistertum, ohne aber weitere Verbindungen zu seinen
Korporationen zu haben, also lediglich als Andenken.
Hinzu kam wohl auch, dass die mehr oder weniger
negative Einstellung der Regierungen damals es
durchaus geraten sein ließ, sich später nicht als früherer
Corpsstudent zu erkennen zu geben.
Als
sich dann Mitte des 19. Jahrhunderts sowohl die
politischen wie die Verkehrsverhältnisse änderten,
begannen zunächst die jetzt die Universitäten
verlassenden Studenten die Verbindung zu ihren
Korporationen weiter aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig
erfolgte auch eine Sammlung der früheren Mitglieder
aus den vorgehenden Jahrzehnten. War dieses Band der
"Alten Herren" zu ihrer Korporation zunächst
noch freiwillig und recht lose, festigten sich diese
Beziehungen immer mehr, bis es schließlich seit Ende
des letzten Jahrhunderts zum grundsätzlichen Prinzip
jeder Korporation wurde, dass die Korporationsangehörigen
nach Beendigung des Studiums als Alte Herren der
Korporation mit Rechten und Pflichten verbunden
blieben. Damit war das Lebensbundprinzip eingeführt,
das eine wesentliche Abgrenzung gegenüber anderen
studentischen Gemeinschaften, die dieses Prinzip nicht
kennen, darstellte. Man kann sogar soweit gehen, dass
das Lebensbundprinzip als Charakteristikum einer
studentischen Korporation gilt.
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