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Studentische Verbindung Ceres zu Nürtingen 1875/1964

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Allgemeine Grundsätze der Korporationen

Obwohl es mehr als 100 Korporationsverbände und mehr als 2000 Korporationen gegeben hat, sind verschiedene Grundsätze allen Korporationen eigen.

 

Der erste Grundsatz ist die Freundschaft unter den Angehörigen einer Korporation. Dieser Grundsatz hatte bereits die alten Landsmannschaften und später auch die Orden geprägt und wurde auch von den neuen Korporationen übernommen. Wie wichtig diese Freundschaft genommen wurde, lassen die vielen Eintragungen in die studentischen Stammbücher Anfang des 19. Jahrhunderts erkennen. Diese Bundesbrüderlichkeit ist dann auch bis heute einer der tragenden Pfeiler des korporationsstudentischen Zusammenlebens. Sie setzt voraus, dass sich Bundesbrüder in guten und schlechten Tagen aufeinander verlassen können.

 

Ein weiterer Grundsatz aller Korporationen war und ist der Ehrencodex, die Verpflichtung, die eigene Ehre und die des Anderen zu achten. Diese Verpflichtung bestand in allen Korporationen - ganz gleich, ob sie Duellzwang hatten oder Duellverbot. 

 

Als weitere Gemeinsamkeit kam dann Mitte des 19. Jahrhunderts das Lebensbundprinzip hinzu. Als die neuen Korporationen Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden, waren die Post- und Verkehrsverhältnisse noch katastrophal. Das führte einfach dazu, dass ein Student, der die Universität verließ, auch Kontakt zu dieser und zu seinen Studienfreunden verlor. Dementsprechend trat auch der Corpsstudent damals "aus dem Corps aus" wenn er die Universität verließ. Er nahm Band, Mütze und Schläger mit ins Philistertum, ohne aber weitere Verbindungen zu seinen Korporationen zu haben, also lediglich als Andenken. Hinzu kam wohl auch, dass die mehr oder weniger negative Einstellung der Regierungen damals es durchaus geraten sein ließ, sich später nicht als früherer Corpsstudent zu erkennen zu geben.

 

Als sich dann Mitte des 19. Jahrhunderts sowohl die politischen wie die Verkehrsverhältnisse änderten, begannen zunächst die jetzt die Universitäten verlassenden Studenten die Verbindung zu ihren Korporationen weiter aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig erfolgte auch eine Sammlung der früheren Mitglieder aus den vorgehenden Jahrzehnten. War dieses Band der "Alten Herren" zu ihrer Korporation zunächst noch freiwillig und recht lose, festigten sich diese Beziehungen immer mehr, bis es schließlich seit Ende des letzten Jahrhunderts zum grundsätzlichen Prinzip jeder Korporation wurde, dass die Korporationsangehörigen nach Beendigung des Studiums als Alte Herren der Korporation mit Rechten und Pflichten verbunden blieben. Damit war das Lebensbundprinzip eingeführt, das eine wesentliche Abgrenzung gegenüber anderen studentischen Gemeinschaften, die dieses Prinzip nicht kennen, darstellte. Man kann sogar soweit gehen, dass das Lebensbundprinzip als Charakteristikum einer studentischen Korporation gilt.

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